Reinigung - Desinfektion

 

MIELE Professional

 

Begriffserklärung

Im allgemeinen Sprachgebrauch haben sich für die fachgerechte Aufbereitung von Instrumenten die die Begriffe Thermodesinfektor oder Reinigungs- und Desinfektionsgerät oder auch deren Abkürzung RDG eingebürgert. Alle verwendeten Begriffe spiegeln jedoch den erwünschten Zweck der Geräte sehr gut wider. In den nachfolgend näher vorgestellten Maschinen werden Medizinprodukte mit Wärme und chemischen Zusätzen behandelt, also thermisch desinfiziert. Durch einen ausführlichen Waschvorgang zuvor werden alle verschmutzten Gerätschaften gereinigt und zum Abschluss aller Arbeiten gepflegt. Der äußerliche Zustand von Instrumenten nach einer Behandlung im Thermodesinfektor ist beeindruckend. So trägt die regelmäßige Aufbereitung Ihrer Instrumente mit RDGs durchaus zu deren Werterhaltung bei. Auf weitere wirtschaftliche Vorteile des Einsatzes dieser Maschinen werden wir weiter unten noch ausführlicher eingehen.

Wenn wir den Arbeitsablauf des Wieder-Inverkehrbringens von verunreinigten Medizinprodukten, in diesem Fall von Instrumenten nach einer Operation oder Behandlung, betrachten, dann kann man den gesamten Prozess mit den Stichworten Reinigen und Desinfizieren – Sterilisieren – Dokumentieren – Garantieren zusammenfassen. Über folgende Komponenten an den Thermodesinfektoren sollte bei einer geplanten Anschaffung nachgedacht werden.

 

Die Waschkammer - die Gerätegrößen

Für die effektive Bearbeitung Ihres Instrumenten-Aufkommens sollte die optimale Größe der Waschkammer bedacht werden. Bei großen Instrumentenmengen sind bei einer kleinen Waschkammer viele Waschgänge notwendig, die die Kosten, sowohl für Wasser und Strom als auch bei der Arbeitszeit für Ein- und Ausräumen von Instrumentarium, erhöhen. Große Innenräume von Thermodesinfektoren führen dazu, dass viele Instrumente gesammelt werden müssen. So sind mehr Instrumente vorzuhalten, als eventuell notwendig. Abgesehen davon ist die Lagerung von kontaminierten Instrumenten nicht länger als 6 Stunden gestattet. Außerdem sollte ein zu langes Antrocknen von Verunreinigungen vermieden werden. So ist neben diesen Überlegungen natürlich auch die tatsächlich verfügbare Stellfläche in Ihrer Praxis zu bedenken. Für ein geringes Aufkommen an zu reinigendem Material oder kleinen freien Stellflächen sind Thermodesinfektoren von nur 45 cm Breite verfügbar. Als Standard sind die 60 cm breiten im Einsatz. Wir kennen diese Größe auch von den Geschirrspülmaschinen aus dem Privathaushalt. Mit Sonderfunktionen ausgestattet, können RDGs auch 90 cm breit sein. In einer handelsüblichen Labormöbelzeile finden fast alle Geräte als Unterbaugerät immer ihren Platz, mit Unterbauten, die z.B. Schränken oder Schubkästen zur Aufnahme von weiteren Prozessmedien oder anderen Verbrauchsmaterialien, ist jedoch auch mit mehr Raumbedarf nach oben zu kalkulieren. Durch die Anhebung des eigentlichen Desinfektionsgerätes auf eine ergonomisch günstige und angenehme Arbeitshöhe ist jedoch auch eine rückenfreundliche Bedienung  bei der Be- und Entladung erreicht.

 

Flexible Systemlösungen für den wirtschaftlichen Einsatz

Ein modulares Gerätekonzept mit einer gewissen Basisausstattung stellt die Grundlage für eine wirtschaftliche Instrumentenaufbereitung dar. Die gründliche und materialschonende Innen- und Außenreinigung, auch von Hohlkörper-Instrumenten, erfolgt in Körben in ein oder zwei Ebenen. Spezialausstattungen für spezielle Anforderungen sollten im wählbaren Zubehör der Gerätehersteller vorhanden sein. Die Abläufe sollen durch bewährte Standardprogramme, innovative Spezialprogramme und individuell konfigurierbare Programme gesteuert werden. Üblicherweise erfolgt die thermische Desinfektion bei mehr als 90°C und einer Temperaturhaltezeit von 5 Minuten Für spezielle Anforderungen sollen die zu verwendenden Temperaturen und Zeiten individuell einstellbar sein. Ein hoher Bedienkomfort der elektronischen Steuerungen macht die Arbeit leicht und sicher.

 

Schnittstellen für die Prozessdokumentation

Die lückenlose Dokumentation von Prozessdaten ist Standard und für validierbare Prozesse eine Pflicht. So ist auf das Vorhandensein von mindestens einer standardisierten Schnittstelle zur Datenübergabe zu achten. An dieser Schnittstelle sind die verschiedensten Möglichkeiten der zur Speicherung, Verarbeitung von Daten oder Vernetzung der Geräte mit EDV-Systemen zu realisieren.

 

Trocknungsfunktion

Trockne Instrumente sind vor Re-Kontamination, Korrosion oder Beschädigung besser geschützt als feuchte. Nach dem Waschprozess, der immer mit einem Spülgang endet, befindet sich im Innenraum ein feuchtes Milieu, aus dem die gereinigten Instrumente zu entfernen sind. Sollte sofort nach Abschluss des Arbeitsprozesses die Materialentnahme durch Personal möglich sein, trocknen die Instrumente durch ihre gespeicherte Eigenwärme auch sehr schnell selbst ab. Verbleiben die Materialien jedoch länger im geschlossenen Innenraum entsteht das oben geschilderte Problem. (Bedenken Sie den Fall, dass zum Sprechstundenende die Waschkammer bestückt wird, der Reinigungsprozess gestartet wird und das Personal danach die Praxis verlässt. Am nächsten Morgen sollen gereinigte und desinfizierte Instrumente entnommen werden. Es bestand also nicht die Möglichkeit, die Instrumente zeitnah zu entnehmen, so dass hier eine aktive Trocknung unbedingt notwendig ist). Eine Trocknungsfunktion sorgt für eine einfache Lösung für dieses Problem. Diese ist in einigen Geräten standardmäßig bereits integriert oder muss als optionale Funktion gesondert konfiguriert werden.

 

Umfangreiches Zubehör

Zur Grundausstattung von Thermodesinfektoren gehören immer die sogenannten Waschkörbe oder Einsatzkörbe mit oder ohne Injektorschienen. Sie laufen auf Rollen und Schienen und sind so für einen leichte Befüllung oder Entnahme der Instrumente herausziehbar. Um möglichst viele Instrumente richtig so zu positionieren, dass alle Innen- und Außenflächen gut gewaschen werden, sind eine Reihe von Lagerungshilfen in Form von Körben, Ständern, Sieben für Kleinteile oder Verbindern für die Reinigung von Hohlkörpern verfügbar. Für verschiedene Facharztgruppen wurden sinnvolle Set bereits zusammengestellt, die die Vielzahl der Anforderungen bereits gut abdecken. Dazu gehören Sets für die Gynäkologie mit diversen Spekula-Halterungen, für die HNO-Praxis, für Chirurgie / Orthopädie, für viele allgemeine Anwendungen wie Dermatologie, Urologie oder Allgemeinmedizin und nicht zu vergessen für die Zahnarztpraxis. Weitere Zubehörteile für die verschiedensten Sonderanwendungen sollten verfügbar sein.

 

Wasseraufbereitung

Um einen langfristigen sicheren Betrieb der Reinigungs- und Desinfektionsgeräte zu gewährleisten, ist der Betrieb mit demineralisiertem Wasser notwendig. Die Wasseraufbereitung erfolgt entweder im Gerät intern oder wird von einer externen Wasseraufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt. Mit dieser können dann aber auch weitere Verbraucher, z.B. Sterilisatoren und Autoklaven, mit versorgt werden.